Weihbischof setzt seltene Reliquie zur Verehrung aus

Blutstropfen des Heiligen Papstes Johannes Paul II. jetzt im Altöttinger Altar.

In einem feierlichen Sonntagsgottesdienst übertrug Weihbischof Florian Wörner eine Reliquie des hl. Papstes Johannes Paul II. zur Verehrung an den Seitenaltar der Klosterkirche St. Anton. "Ich schätze diesen Heiligen sehr, und darum war es für mich ein besonderes Ereignis", sagte Wörner nach dem Gottesdienst.

Zu Beginn des Gottesdienstes, an dem Stadtpfarrer Pater Peter Kuzma und Bruder Ulrich Berkmüller teilnahmen, erklärte Wörner: "Wenn wir die Heiligen ehren, dann ehren wir Gott, weil er Großes an ihnen tun konnte und durch sie gewirkt hat." Heiligenverehrung ist im tiefsten Verherrlichung Gottes und keine Konkurrenz dazu. Außerdem sind die Heiligen gute Vorbilder, von denen man lernen kann, wie man selber heilig wird. Der Herr fordert uns dazu auf: "Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist."(Mt 5,48)

Hunderte Gläubige aus dem gesamten Allgäu waren in die Kemptener Klosterkirche St. Anton geströmt, um den feierlichen Moment zu erleben. Die neue Reliquie, die im Altöttinger Altar ausgesetzt ist, ist ein kleines Stück Stoff, das mit Blut getränkt ist. Die Klosterkirche ist damit das erste Gotteshaus in der Diözese Augsburg, das öffentlich eine Blutreliquie des 2005 verstorbenen Kirchenoberhauptes ausstellt. Eine zweite gibt es im Augsburger Priesterseminar.

Nach Fertigstellung und Einweihung der Kapelle der Göttlichen Barmherzigkeit wurde die Blutreliquie dorthin verbracht und auf einer Stehle aufgestellt.

Die Messe war auch wieder ein musikalischer Höhepunkt. Der Cantoni-Chor unter Leitung von David Wiesner, verstärkt mit Bläsern, brachte die Messe von Karl Norbert Schmid zur Aufführung.

Für Pater Peter geht mit der Reliquie ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung. Er war die treibende Kraft dafür, dass der Blutstropfen den Weg von Polen nach Kempten fand. Das Reliquiar aus Krakau wurde mit Unterstützung der Raiffeisenbank Kempten-Oberallgäu finanziert. Pater Peter: "Allgäuer Gläubige müssen jetzt nicht mehr nach Rom oder Krakau fahren, um ihre Gebete und Anliegen vorzubringen."

In der kleinen Seitenkapelle ruhen auch die Gebeine des Kapuziners Georg von Pfronten-Kreuzegg. Mit einer Erlaubnis des Papstes Benedikt XV. wurden seine sterblichen Überreste am 18. Juni 1922 aus Frascati nach Kempten gebracht und im Mittelgang vor dem Hochaltar beigesetzt. Im Oktober 1952 wurden die Gebeine in der Nordwand der Kirche umgebettet. Dort hängt ein Bild und auf einer Steinplatte ist zu lesen: "Hier ruht in Gott der ehrwürdige Diener Gottes Bruder Georg von Pfronten."

Text und Fotos: Ralf Lienert

Blutstropfen des Heiligen Papstes Johannes Paul II Weihbischof Florian